Teamerfolg – Reife von Teams und Individuen

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In der Welt der Führung und Teamarbeit gibt es eine Vielzahl von Reifegradmodellen, die Teams anhand verschiedenster Kriterien bewerten. Doch heute möchte ich nicht über diese Modelle sprechen. Stattdessen lade ich dich ein, gemeinsam mit mir einen Blick auf die Herausforderungen zu werfen, denen ein Team gegenübersteht. Lass uns die Perspektive wechseln und aus deiner Sicht heraus verstehen, was Teamreife bedeutet.

Hast du dich jemals einer Aufgabe gestellt, die auf den ersten Blick schier unmöglich erschien? Ich selbst habe das erlebt. Als ich vor einigen Jahren plötzlich in die Rolle eines Abteilungsleiters schlüpfte – eine Position, die ich zwar angestrebt hatte, aber für die ich innerlich nicht vollständig vorbereitet war – fühlte ich mich überfordert. Normalerweise hätte ich mich nach und nach in diese Rolle hineinentwickelt, doch die Abteilung kämpfte mit internen Konflikten, und die Tatsache, dass über 20 Mitarbeiter unter meiner Leitung standen, trieb mich an meine Grenzen.

Es fehlten mir klare Strategien, wirksame Taktiken und Sparringspartner, um die drängenden Probleme anzugehen und zu lösen. Die Folge davon waren anhaltender Stress, viele durchwachte Nächte, starke Rückenschmerzen und das beunruhigende Gefühl, dass meine Gedanken auch in meiner Freizeit mehr um die Arbeit kreisten als um meine Familie. Um diese Situation zu bewältigen, musste ich zusätzliche Zeit und Anstrengungen investieren, um mich weiterzubilden und Lösungen für meine Herausforderungen zu finden.

Nach einer schmerzhaften Lernphase trat schließlich Besserung ein. Ich gewann allmählich einen klaren Überblick über die Situation und bekam sie nach und nach unter Kontrolle. Das Wissen und die Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gesammelt hatte, halfen mir dabei, Lösungsansätze zu entwickeln, und ich begann, mich allmählich sicherer und wohler in meiner Rolle zu fühlen. Dies war eine wertvolle Lektion darüber, wie persönliches Wachstum und die Reife eines Teams eng miteinander verknüpft sind.

Menschen brauchen Herausforderungen

Versteh mich bitte nicht falsch, ich schätze Herausforderungen, aber wenn eine Aufgabe einfach zu gewaltig ist, ist ein Scheitern vorprogrammiert. Damals bestand wirklich die Gefahr, dass die Situation völlig außer Kontrolle gerät und schiefgeht. Das Risiko war sowohl für mich persönlich als auch für die Abteilung und das Unternehmen einfach zu groß. Es hat viel Vertrauen verbrannt, das später mühsam wieder aufgebaut werden musste.

Ähnliche Beobachtungen habe ich bei Teams gemacht, die mit übermäßig großen Aufgaben konfrontiert wurden. Dies erhöht die Komplexität noch weiter, insbesondere aufgrund der Interaktionen zwischen den Teammitgliedern. Unternehmen gehen erhebliche Risiken ein, wenn sie davon ausgehen, dass ein Team eine Aufgabe bewältigen kann, obwohl es nur über minimale Fähigkeiten und Weiterbildungen verfügt. Auch die Erwartungen an junge, unerfahrene Teammitglieder sollten nicht übertrieben hoch sein. Wenn der Junior im Team bestehen möchte, mag er zwar den Input der erfahrenen Kollegen benötigen, aber wenn diese unter Druck stehen, wird er schnell zur Belastung und wird unbeliebt. Man riskiert absichtlich das Scheitern eines Projekts oder Mitarbeiterfluktuation. Ich plädiere nicht für das Abschaffen einer Fehlerkultur. Eine Kultur, in der Fehler akzeptiert und als Lernmöglichkeit betrachtet werden, ist meiner Meinung nach unerlässlich. Doch ich spreche von einer bewussten Inkaufnahme von Leidensdruck, der auf Kosten des Unternehmens und der Mitarbeiter geht, die in diesem Unternehmen arbeiten.

Ruhe, Stabilität und Konsolidierung als Basis

Sollte ein Team also in seiner Komfortzone agieren? Meine klare Antwort ist: “Jein.” Eine herausfordernde Aufgabe ist von Bedeutung, damit das Team wachsen kann. Dennoch sollten auch Phasen der Stagnation eingeplant sein, in denen das Team sich in der Komfortzone wiederfindet, um Ruhe, Stabilität und Konsolidierung zu erfahren.

Im Bereich des Ausdauersports sind Regenerations- und Kompensationsphasen gängige Praxis. Man trainiert intensiv über drei Wochen hinweg, um sich dann in der Regenerations- und Kompensationsphase zu erholen. In dieser Phase baut der Körper einen Puffer auf, um für das nächste, noch anspruchsvollere Training vorbereitet zu sein. Dies nennt man den Trainingseffekt, der schließlich zum Wachstum führt.

Auch im Sport kann man nicht einfach mit dem Laufen beginnen und drei Wochen später einen Marathon bewältigen. Das Training muss schrittweise gesteigert werden, unterbrochen von Phasen der Erholung und des Ausgleichs, bis man sich nach einigen Zyklen dem Marathonziel nähert. Kurz gesagt, es gibt keine Abkürzungen, und meiner Ansicht nach lässt sich dieser Ansatz genauso auf persönliches Wachstum sowie auf das Wachstum von Teams übertragen.

Schauen wir uns noch einmal diese Stagnations-Plateaus genauer an. Angenommen, wir haben fünf Plateaus, wobei Nummer 1 die niedrigste Stufe ist. Wenn ein Team auf Plateau Nummer 1 vor der Herausforderung steht, eine Aufgabe mit Schwierigkeitsgrad 5 zu bewältigen, wird dies nicht von heute auf morgen geschehen. Wenn das Team jedoch eine Aufgabe mit dem Schwierigkeitsgrad 2 übernimmt, verlässt es seine Komfortzone, wird aber an dieser Aufgabe wachsen und innerhalb absehbarer Zeit das nächste Plateau (Nummer 2) erreichen. Dadurch wird es dann in der Lage sein, eine Aufgabe mit Schwierigkeitsgrad 3 erfolgreich zu meistern. Das Team entwickelt sich stetig, ohne jedoch überfordert zu werden.

Übrigens habe ich ähnliche Beobachtungen auch im Kontext von Unternehmen in Veränderungsprozessen gemacht. Wenn einer Organisation zu viele Veränderungen in zu kurzer Zeit auferlegt werden, wird ihr Wachstum gehemmt, es sei denn, angemessene Phasen der Erholung und des Ausgleichs sind eingebaut.

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